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Abholzung, Monokultur, Massentierhaltung...das sind Begriffe, die Gesundheitsfanatiker und vor allem auch viele Vegetarier sicher nicht mit Sojaprodukten in Verbindung bringen. Dennoch scheint die beliebte Bohne an zahlreiche Gefahren für Menschen und Umwelt beteiligt zu sein. Ein großer Teil des Soja-Anbaus wird an Tiere verfüttert, die der Lebensmittelgewinnung dienen, obwohl diese Tiere Sojalecithin eigentlich nur schlecht verwerten können. Dabei stellt sich unweigerlich die Frage, ob überzeugte tierliebende Vegetarier, die gerne Sojaprodukte auf ihren Speiseplan setzen, nicht genauso gut auch wieder Fleisch essen könnten? Aber auch "Otto-Normal-Esser" erfährt, dass in vielen Produkten Soja enthalten ist, wo man es gar nicht vermutet: zum Beispiel in mit Soja gestreckten Fleischprodukten. Für die Produktion der Soja-Bohnen mussten besonders in Brasilien Savannen mit einer reichen Tier- und Pflanzenwelt riesigen Anbauflächen weichen. Und auch gesundheitliche Gefahren, wie zum Beispiel starke allergische Reaktionen wurden mittlerweile von zahlreichen Wissenschaftlern bestätigt. Auch wenn Umwelteinflüsse, wie z.B. längere Trockenheitsperioden bei der Sojaproduktion in Brasilien immer mal wieder einen Ernterückgang hervorrufen, bleibt Brasilien neben den USA dennoch einer der größten Sojalieferanten weltweit. Dass dadurch der mittlerweile weltweit viel beachtete Regenwald - bisher - angeblich noch keinen direkten Schaden genommen hat, mag stimmen. Aber auch in der Savannenlandschaft Cerrado, dem zweitgrößten Ökosystems Brasilien, mussten viele indigene Völker erfolglos versuchen, ihren Lebensraum zu schützen. In den atlantischen Regenwäldern im Gebiet von Rio Grande do Sul wurden die indigenen Völker bereits bis Mitte des 19. Jahrhunderts aus ihrem Lebensraum verdrängt. Oft haben sich die vertriebenen Rinderzüchter, deren Land im Cerrado der Soja-Anzucht weichen musste, durch Rodung im Amazonas-Regenwald z.B. eine neue Rinderweide geben lassen. Und spätestens hier stellt man sich die nächste Frage: wieso müssen - wie das brasilianische Landwirtschaftsministerium verkündet- 2010 bereits 528.000 Hektar Land in den Amazonas-Staaten der Region Nord dem Soja-Anbau dienen?


Das alles sind nur einige der Horrormeldungen, die uns aus Brasilien, aber mittlerweile auch aus Paraguay, Argentinien oder Bolivien erreichen. Autor Norbert Suchanek zeigt in seinem Buch "Der Soja-Wahn. Wie eine Bohne ins Zwielicht gerät" alle nur erdenklichen Gefahren für Mensch, Tier und Natur bzw. für Tier und Umwelt und somit auch indirekt wieder für den Menschen auf. Dabei stützt er sich auf allerlei wissenschaftliche Untersuchungen sowie Aussagen von Forschern und Ärzten, um dem Sojaboom entgegenzusteuern.

Dabei wirkt das handliche Buch aber nicht, wie man vielleicht annehmen könnte, wie die Hetzkampagne eines Soja-Gegners. Suchanek trägt in seinem Buch lediglich Erkenntnisse zusammen und möchte damit wohl den Leser zum Nachdenken anregen, ob er dem Trend Soja wie einer Mode-Erscheinung gedankenlos folgen möchte. Ob es dem Autor gelingt, bleibt die Frage. Denn manche Mär hält sich eben gerne in vielen Küchen - wie zum Beispiel die vom Spinat und dem Eisen.



Autor: Norbert Suchanek

Der Soja-Wahn . Wie eine Bohne ins Zwielicht gerät

Reihe: quer gedacht

109 Seiten, broschiert

ISBN: 978-3865812162

Oekom Verlag

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Latizón TV Literatur-Tipp: Norbert Suchanek: "Der Soja-Wahn"

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