


Finning - Was so harmlos klingt wie der Name eines Einbauschranks einer bekannten nordischen Möbelkette, ist in Wirklichkeit der Begriff für eine der größten Grausamkeiten des Menschen an der Natur: Er bezeichnet den Fang von Haien, das Abtrennen aller Flossen bei vollem Bewusstsein der Tiere und das „Entsorgen“ des noch lebenden Haitorsos im offenen Meer. Und das alles für einen mit allerlei falschem Mythos und Irrglauben angereicherten Luxusgenuss, der in China als Symbol von Reichtum und Wohlstand angepriesenen Haiflossensuppe.
Vor diesem wahren Hintergrund spielt der Roman „Finning“ von Gerhard Wegner. Es ist ein Abenteuer-Thriller der Gegenwart, angesiedelt im mittleren Pazifik und dem lateinamerikanischen Costa Rica. Die beiden Jung-Millionäre Wolf und Michel genießen gerade den Abschluss wichtiger geschäftlicher Verhandlungen und frönen gemeinsam auf einer Yacht vor der Küste Costa Ricas ihrer großen Leidenschaft, dem Tauchen. Bei einem Tauchgang mit einem Unterwasserboot geraten die Freunde in einen riesigen Schwarm in wilder Panik aufgeschreckter Haie. Sie sind gezwungen mit ihrem Boot aufzutauchen, direkt vor dem Bug eines Longliners. Aus der Kuppel ihres U-Bootes heraus beobachten und filmen die beiden das grausame Geschehen an Bord, das Finnen gefangener Haie. Doch ihre Gegenwart bleibt nicht unentdeckt – ein äußerst brutaler Asiate versucht mit allen Mitteln, Wolf und Michel zu töten, die Augenzeugen seines Verbrechens. Wolf und Michel gelingt die Flucht – doch bald schon befinden sie sich mitten in den Fängen der internationalen Finning-Mafia. Gibt es ein Entkommen?
Finning ist ein packender Thriller, spannend und mitreißend geschrieben. Bereits nach wenigen Seiten wähnt sich der Leser mittendrin, an der Seite der beiden sympathischen und smarten Hauptakteure, die im Laufe der Geschichte wahre Heldenqualitäten entwickeln und so zu Ungeahntem fähig sind: Nicht nur, dass sie eine international gefürchtete Verbrecherorganisation ausheben, nebenbei entdecken sie auch noch einen seit Jahrhunderten verschollenen Goldschatz. Und trotz aller Gefahren und Mühen bleibt auch immer noch ein wenig Zeit für die Liebe… so gesehen könnte Finning gut und gerne auch den Stoff für einen klassischen Hollywood-Blockbuster abgeben, wäre da nicht der die ganze schöne Science-Fiction-Szenerie störende reale Hintergrund der Geschichte. Wie es der Autor selbst sagt:
„Die abenteuerliche Handlung dieses Romans und die vorkommenden Personen sind frei erfunden. Doch ein Roman ist manches Mal auch nur eine verkleidete Realität. So bin ich mir nicht sicher, ob meine Geschichte nicht gerade irgendwo auf der Welt so oder so ähnlich geschieht.“
Gerade deshalb bekommt die Geschichte noch eine ganz besondere Dimension. Sie hebt den Zeigefinder und spricht jeden Leser an, mit einer Mahnung, etwas gegen das sinnlose Abschlachten unschuldiger Tiere zu tun.


