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Wenn man Kinder zu Geburtstagen oder Weihnachten oder einfach mal so zwischendurch mit Geschenken überhäuft, sollte man eines nicht vergessen: es ist nicht die Menge an Spielsachen, die Kinder glücklich macht. Es gibt auch viele Kinder, die mit wenig auskommen müssen und deswegen trotzdem auch glücklich sind. Wenn diesen Kindern aber das Wichtigste zum Leben fehlt, nämlich ausreichend Nahrung, und wenn sie für ein Mindestmaß davon auch noch selbst arbeiten müssen, spätestens dann ist mit unserer Welt etwas nicht in Ordnung. Autorin Monika Höhn kennt schlechte Lebensbedingungen aus ihrer eigenen Kindheit in Deutschland. Nun möchte sie auf die Not vieler Kinder in einem viel ärmeren Land aufmerksam machen, in Nicaragua.

Mit ihrem Buch "Die Kinder vom Vulkan Maderas" malt sie aber keine Horrorvisionen, um die Menschen hierzulande auf die Probleme des Landes aufmerksam zu machen - im Gegenteil, es sind ergreifende Geschichten. Geschichten, die den Leser dadurch aber viel stärker berühren. Auch wenn Monika Höhns das Buch für Kinder geschrieben hat, ist es mindestens genauso interessant für die erwachsene Zielgruppe. Und wer könnte Geschichten aus dem Alltag der Kinder in Nicaragua besser erzählen, als die Kinder selbst? Und so lässt Monika Höhn die Kinder selbst von ihrem Leben berichten. Oft spielen ein Papagei, eine Schildkröte oder ein kleines Geschwisterchen die wichtigste Rolle in den Geschichten, doch der Kern ist bei allen gleich. Diese Kinder stehen oft frühmorgens auf, um Fisch, Gebäck oder selbstgemachte Armbänder zu verkaufen. Und mit dem hart verdienten Geld kaufen sie sich nicht die neuste Mode, Süßigkeiten oder Zeitschriften, wie es gleichaltrige Kinder in Deutschland vielleicht tun würden. Sie geben das Geld ihren Eltern, um davon zu leben oder um Schulsachen davon zu kaufen. Einfühlsam gelingt es der Autorin einen Blick hinter die Kulissen eines Landes wie Nicaragua zu werfen. Das einzige, was den erwachsenen Lateinamerika-Kenner vielleicht stutzig macht ist, dass die Geschichten alle nach einem Happy End klingen. Nur im Nachwort wird erwähnt, dass viele Kinder in ärmsten Verhältnissen noch viel tiefgreifendere Probleme haben, wie zum Beispiel Drogen oder Gewalt. Doch vermutlich hat die Autorin bewusst auf solche schlimmen Geschichten verzichtet, die wir schon zur Genüge von vielen Hilfsorganisationen kennen. Denn es ist ja vor allem ein Buch für Kinder. Und wahrscheinlich öffnen ihre Geschichten viel leichter die Herzen und die Augen vieler Menschen. So steht der Hunger für Monika Höhn im Vordergrund - etwas, dass es in unserer Welt nicht geben sollte und ohne den es vermutlich auch viele der anderen Probleme gar nicht erst geben würde.




Monika Höhn - Die Kinder vom Vulkan Maderas

-Geschichten aus Nicaragua-


Iatros Verlag

ISBN 978-3-86963-244-5

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Latizón TV Literatur-Tipp: Monika Höhn: "Die Kinder vom Vulkan Maderas"

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