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Benjamin Beutler - Das weiße Gold der Zukunft

Bolivien und das Lithium

Bolivien - wie viele Menschen kannten das kleine Land, das von großen berühmten Nachbarn wie Brasilien oder Argentinien eingerahmt ist? Ab und zu schafft es Bolivien durch seinen Präsidenten Evo Morales in die Schlagzeilen, das war´s dann aber auch schon. Doch nun ist das Land zumindest in Industrie und Wirtschaft bekannt, bekannt geworden durch sein "weißes Gold", das Lithium.

Kaum ein Handy-Akku, kaum ein Laptop, der heutzutage nicht mit einem Lithium-Ionen-Akku ausgestattet ist. Und nun haben nicht nur die Nachbarländer, allen voran Lieblingsgegner Chile, sondern eben auch Bolivien einen unermesslichen Vorrat an Lithium. Der Salar de Uyuni im Südwesten des Landes ist inzwischen einer der berühmtesten Salzseen der Welt geworden. Denn dort hat Bolivien sein weißes Gold.

Autor Benjamin Beutler zeichnet auf dieser Grundlage die Geschichte Boliviens nach. Eine Geschichte, in der Bolivien immer wieder wie Phoenix aus der Asche scheint, und dennoch nie gewinnt, es scheint ein ständiges auf und ab. Abhängigkeit, Verluste und besonders Ausbeutung - vor allem letztere soll sich aber in der heutigen Zeit nicht wiederholen. Viele Bolivianer befürchten trotzdem, dass ausländische Firmen von ihrem Lithium profitieren und die Bolivianer mal wieder leer ausgehen. Doch dieses Mal möchten die Bolivianer nicht nur kämpfen für ihr Land, ihre indigene Bevölkerung und für ihre Würde, sie möchten auch gewinnen. Der Lithiumabbau soll endlich die einheimische Bevölkerung stärken, anstatt nur internationale Firmen ins Land zu lassen.

Das Buch "Bolivien und das Lithium" zeigt, dass sich Boliviens Schicksal immer wieder wiederholt hat, im eigenen Land und gegenüber anderen. Bolivien hat, Bolivien gibt - und bekommt dabei nichts. Doch jetzt endlich, unter der Führung ihres "Super-Cocalero" Präsident Evo Morales sehen die Bolivianer die Chance gekommen, nicht mehr nur ein Lieferant zu sein, sondern auch selbst zu liefern. Sie möchten geben, aber von ihren Bodenschätzen endlich auch selbst etwas bekommen.

Das Buch "Bolivien und das Lithium" gibt einen breiten und dennoch in keinster Weise oberflächlichen Einblick in diese sich so oft wiederholende Geschichte des Landes. Auch wenn Autor Benjamin Beutler viele dunkle Stunden der bolivianischen Geschichte aufzeigt, so stellt er das Land nie negativ dar; im Gegenteil, man merkt, dass er, der selbst viel Zeit in Bolivien verbringt, dieses Land liebt, mit all seinen Schätzen, aber eben auch mit seinen Fehlern. Daher ist das Buch geeignet für alle, die hinter die Kulissen schauen möchten; für alle, die einen tieferen Einblick in die Geschichte Boliviens bekommen möchten und für alle, die wissen wollen, warum Bolivien das ist, was es ist: ein liebenswertes Land, das viel verloren, aber seine Würde dabei immer bewahrt hat.


Benjamin Beutler - Das weiße Gold der Zukunft

Bolivien und das Lithium

193 S.

erschienen im Rotbuch Verlag, 2011

ISBN 978-3-86789-126-4

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Diethardt Wendt: Unterwegs in Bolivien

-Indios, Cambas und Carambas-

Unterwegs in Bolivien zwischen und mit Indios, Cambas und Carambas, so möchte das Buch von Dieter Wendt das Land vermitteln. Doch der Autor verstrickt sich von Anfang an in zu viele Nebensätze und Aneinanderreihungen von Fakten, kommt manchmal vom Hundertsten ins Tausendste, so dass man als Bolivien-Unkundiger leicht den Überblick verlieren kann. Auch machen ab und zu grammatikalische Fehler das Lesen des Buches zu Beginn nicht immer leicht. Für Sensationshungrige und Bolivien-Anfänger mag es inhaltlich trotzdem eine schöne Wochenend-Lektüre sein. Doch was will der Autor mit seinem Buch vermitteln? Sein Erstaunen oder seinen Ärger ausdrücken, wie er selbst schreibt? Für den bolivienkundigen Leser scheint es eher wie ein Unverständnis einer Lebensart und Unwissenheit in Bezug auf eine Kultur, die anders ist, als die eigene, der mancher aber wohl gerne seine als die alleingültige aufdrücken möchte. So auch der Autor, wie es scheint. Sicherlich packt Dieter Wendt viele Erlebnisse in sein Buch. Die vielen Aneinanderreihungen verwirren jedoch eher, stehen sie auch oft ohne wirklich fundierte Erklärungen da. Denn es scheint, als hätte der Autor, der sicherlich als Entwicklungshelfer viele Erfahrungen in Lateinamerika gemacht hat, Bolivien und seine Bevölkerung nicht wirklich verstanden. Vielleicht ist er aber auch nur so sehr überwältigt von seinen Erlebnissen und Eindrücken, dass er diese alle in 115 Seiten pressen wollte und dabei ab und zu übers Ziel hinausschießt. Wer bis zum Schluss durchhält, der findet sicherlich die ein oder andere schöne Geschichte über Bolivien.


Unterwegs in Bolivien

-Indios, Cambas und Carambas-

Autor: Diethard Wendt

erschienen im Iatros Verlag

ISBN 978-3-86963-379-4