Latizón TV wird gefördert von:

Wie schafft man es, auf 95 Seiten eine einigermaßen zusammenhängende Geschichte zu erzählen? Antonio Skármetas Erzählung „Mein Vater aus Paris“ macht den Versuch dazu und scheinbar gelingt es, auch wenn man als Leser an einigen Stellen gerne mehr erfahren hätte. Auch hätte man das ein oder andere Detail auch noch ein bisschen weiter ausführen können. Oder sollte man besser sagen, müssen? Denn oft hat man das Gefühl, die tragisch-skurrile Geschichte des kleinen Dorflehrers Jacques bleibt zu sehr an der Oberfläche, ist schnell und ohne Bedacht vom Autor hingeschrieben worden. Doch beim zweiten Blick erkennt man die bei Skármetes Romanen fast schon bis zur Perfektion getriebene Zurückführung der Sprache und der Erzählung auf die absolute Einfachheit. Keine langen, verschachtelten Sätze, keine ausschmückenden Metaphern, keine ausschweifenden, seitenweisen Beschreibungen der Szenerie…alles ist fokussiert und reduziert auf das Wichtigste, auf den Kern der Handlung und der Aussage. Und so ist auch die ganze - wohl eher Männer als Frauen ansprechende- Geschichte stark reduziert auf eine kurze Episode im Leben des Dorflehrers Jacques, kurz, aber dennoch von solch immenser Bedeutung, dass es die Leben gleich mehrerer Menschen aus seinem Dorf grundlegend ändert. Diese Diskrepanz macht die Spannung des Buches aus und und lädt dazu ein, die Geschichte wieder und wieder zu Lesen, auf der Suche nach immer neuen Interpretationsmöglichkeiten. Und davon lässt Skármeta dem Leser wahrlich viele…

Antonio Skármeta: "Mein Vater aus Paris"

  • Gebundene Ausgabe: 96 Seiten
  • Verlag: Graf Verlag, Erscheinungsjahr 2011
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3862200132
  • ISBN-13: 978-3862200139
  • FÖRDERER UND
    SPONSOREN:

    WEB-TV über
    LATEINAMERIKA

    Latizón TV Literatur-Tipp: Antonio Skármeta "Mein Vater aus Paris"

    Honorarkonsulat der Republik Panama
    Drehscheibe Medien

    HOME
    IMPRESSUM