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Chile se levanta- Chile steht auf, so war es nach dem schweren Erdbeben im Jahr 2010 in Chile überall zu hören. Und dieser Satz verdeutlichte eines ganz besonders: die Chilenen lassen sich nicht unterkriegen. Nicht von einem Erdbeben und auch nicht von den Schatten einer Diktatur... Diesen Chilenen widmet Autor Luis Sepúlveda, 1949 in Chile geboren, sein neuestes Werk.

Spannung, ein Schuss schwarzer Humor und ein realer gesellschaftlicher Hintergrund, das macht den neuen Roman „Der Schatten dessen, was wir waren“ von Luis Sepúlveda aus – wenn man ihn ganz zu Ende liest, denn der Beginn der Geschichte ist etwas verworren und man braucht eine gewisse Zeit, um den beiden parallel laufenden Handlungssträngen des in kurze Kapitel aufgebauten Romans folgenden zu können. Doch nach ein paar Kapiteln merkt der aufmerksame Leser, worauf es hinausläuft: Die unweigerliche Verquickung der beiden Handlungslinien – ausgerechnet durch einen Todesfall. Wie es sich für einen echten Krimi gehört, gibt es allerlei Zufälle, Erinnerungen an vergangene Zeiten und einen erfahrenen Kommissar, der nicht nur durch seine Ermittlungsgabe sondern auch wegen seiner großen Erfahrung und seines Bauchgefühls letztlich die richtige Spur findet. Und die führt zu einem überraschenden Ende…


So als wäre die Kriminalgeschichte nicht schon genug, hat Sepúlveda seinen relativ kurzen Roman darüber hinaus angereichert mit einer kritischen Diskussion über die gesellschaftliche und politische Geschichte und Entwicklung Chiles. Diese zweite Handlungslinie steht dabei ganz im Zeichen der sozialistisch-kommunistischen Gegenbewegungen zu den Diktaturen in Chiles Geschichte, etwa zur Zeit von Allende. Vier Männer, die besten Zeiten ihres Lebens bereits hinter sich habend, lassen ihre Zeit und ihre Taten Revue passieren und kommen zu dem Schluss, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören. So planen sie einen letzten großen Coup – bis der Todesfall ihnen einen Strich durch die Rechnung macht – der Krimi beginnt…


„Der Schatten dessen, was wir waren“ ist trotz seines Hintergrunds ein unterhaltsamer, sprachlich leicht zu lesender Roman, in den man sich zwar erst hineindenken muss, dafür aber mit einer spannenden und überraschenden Erzählung belohnt wird.


Originaltitel: La sombra de lo que fuimos

Rotpunktverlag.
Luis Sepúlveda
1.Auflage 2011, ISBN 978-3-85869-455-3
156 Seiten

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Latizón TV Literatur-Tipp: "Der Schatten dessen was wir waren"

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