


Mexiko ist kein Land, es ist ein Mestizenvolk, welches Sieger und Besiegter zugleich ist. Noch sehr viel stärker als sonst irgendwo in Lateinamerika kommt dieser in der Geschichte des Landes begründete und in der Persönlichkeit der Menschen und in nahezu allen Bereichen des privaten wie öffentlichen Lebens tief verwurzelte Kontrast so sehr zum Ausdruck wie in Mexiko. „Wer oder was ist Mexiko?“ – das ist dann auch eine der zentralen Fragestellungen der Autorin Anne Huffschmnid, die selbst in Mexiko lebte und dessen Kultur und Gesellschaft studierte. Dabei stieß sie immer wieder auf die gleichen Traumata, Kämpfe, Hoffnungen und Enttäuschungen, auf Aberglaube, Fanatismus, Herzlichkeit aber auch Hang zur Zügellosigkeit und zur Gewalt. In einzelnen, thematisch geordneten Episoden aus dem Alltag in Mexiko-Stadt und auf dem Land erzählt Huffschmid von ihren Erfahrungen, lebendig und unterhaltsam, und zeichnet damit das Bild eines Landes, das sich gerade in der Erinnerung seiner Wurzeln stets aufs neue erfindet. Sie porträtiert Menschen, die das moderne Mexiko geprägt haben und berichtet von Begebenheiten, die gleichsam paradox, gleichsam aber prägend waren für die geschichtliche Entwicklung.


