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Am 1. Mai 1994 endete eine der größten Rennfahrerkarrieren, die es bis dato gegeben hat: Ayrton Senna, zum damaligen Zeitpunkt vierfacher Formel Eins – Weltmeister kommt bei einem tragischen Unfall auf dem Parcours von San Marino ums Leben. Sein Leben, seine Erfolge, seine Höhen und Tiefen, all das ist Inhalt des Films „Senna“, der nach seinem großen Erfolg im Kino nun auch auf DVD erschienen ist. Für alle Motorsportfans und Anhänger der Formel Eins ist der Film natürlich ein absolutes Muss. Für alle, die diesem Sport nicht zugewandt sind, ist er ein beeindruckendes filmisches Denkmal, denn er zeigt mit Original-Filmaufnahmen aus den 80er und 90er Jahren sowie privatem Filmmaterial der Familie Senna das Leben eines Mannes, der sich ganz seiner Passion verschrieben hatte. Eines Mannes, der nur eines kannte und wollte, nämlich der Beste zu sein. Und das Leben eines Mannes, der stets auf schmalen Grat wandelte, und den am 1. Mai 1994 sein Glück verließ.

Er wollte alles - und hat am Ende doch alles verloren-oder zumindest das Wichtigste: sein Leben... Ausnahmefahrer, vom Sieg besessen, der Magische - doch all diese großen Namen konnten ihn letztlich nicht schützen. Ayrton Senna stirbt an seiner großen Leidenschaft, an jener Kurve, die schon vielen zum Verhängnis wurde, jene Kurve, von der Senna selbst wusste, dass sie eine tödliche Gefahr birgt...

Der Film "Senna" bringt kein großes Kino in Form von übertriebener Dramatik oder Action, wie man es bei dieser Sportart vielleicht vermuten würde. Eher ruhig, genau im Stile der 80er und 90er Jahre und wie eine Art Berichterstattung wird der Zuschauer durch die aktiven Jahre des brasilianischen Idols Ayrton Senna geführt. Der Film scheint eher wie eine Bestätigung, eine Rechtfertigung, warum es letztendlich zu dem tödlichen Unfall des Rennfahrers kommen musste. Manches klingt wie eine Entschuldigung für die Person Senna, eine starke Persönlichkeit, eine Kämpfernatur auf dem Weg zu seinem großen Ziel, dem WM-Titel. Aber eben auch ein Mensch, ein Mensch, der Fehler haben darf, wie jeder andere auch. Vom Traum, dem jüngsten WM-Gewinner in der Geschichte der Formel 1 1988 bis zum tragischen Helden 1994. Der Film "Senna" ist ein gefühlvolles Portrait Sennas, das ganz nebenbei auch die Probleme von Sennas Heimat Brasilien zur Sprache bringt.

„Senna“ ist ganz im Stile einer Dokumentation aufgebaut, chronologisch korrekt wird der Weg des Brasilianers in die und in der Formel Eins nachgezeichnet, unterbrochen immer wieder von Filmaufnahmen des Privatmannes Ayrton Senna, seiner Familie, und denen, die ihn am meisten bewunderten, den Menschen aus seiner Heimat Brasilien. Dabei wird Senna ganz nüchtern und sachlich mit seinen verschiedenen Seiten und in seinen verschiedenen Lebensphasen dargestellt. Dazu passend bleibt der Film unkommentiert – ein Erzähler ist aber auch gar nicht nötig, denn die vielen Bilder und Rennszenen und Blicke hinter die Kulissen sprechen ihre eigene Sprache. So kann sich jeder Zuschauer auch in aller Ruhe sein eigenes Meinungsbild über den Menschen und Rennfahrer Ayrton Senna machen, bevor der Film mit seinem tragischen Tod auf der Rennstrecke endet. Abrupt und plötzlich – und dennoch nicht ganz unvorhersehbar? Man kann sich jedenfalls beim Betrachten der Bilder der letzten Stunden im Leben des Ayrton Senna nicht des Eindrucks erwehren, als ob er sein Ende nicht irgendwie bereits geahnt hätte. Und spätestens da läuft selbst dem hartgesottensten Kinogänger ein kalter Schauer über den Rücken.

Es ist ein symbolträchtiges, fast tröstliches Bild, als der Hubschrauber mit dem Leichnam des jungen Rennfahrers abhebt und in den Himmel fliegt. Fast stört es dann, dass es danach wieder weitergeht im gleichen Stil wie zuvor mit Interviews und Berichterstattung und das tiefe Empfinden beim betroffenen Zuschauer gestört wird. Doch man versteht schnell, dass man Ayrton Senna so in Erinnerung behalten soll, wie ihn seine Freunde und Landsleute in Erinnerung haben.

Für alle, die nach dem Film noch mehr Hintergrundinformationen über Ayrton Senna wissen möchten, hat Universal noch zahlreiche Extras auf die DVD gepackt: weitere private Filmaufnahmen der Familie Senna, Interviews mit Personen, die in seinem Leben eine wichtige Rolle spielten, etwa Alain Prost, sein größter Widersacher als Rennfahrer, und ein bislang als verschollen geglaubtes Radiointerview mit Senna selbst.

Aber auch wenn man sich nicht für die Formel 1 interessiert oder kein Fan von Senna war, bleibt man doch gespannt dabei und am Ende des Films tief betroffen mit einer einzigen Frage zurück: Warum?

Regisseur: Asif Kapadianha

Sprache: Deutsch, Englisch, Japanisch, Spanisch

Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch, Niederländisch, Russisch, Isländisch, Kroatisch, Tschechisch, Ungarisch, Arabisch, Bulgarisch

FSK: Freigegeben ab 6 Jahren

Erschienen bei: Universal

Produktionsjahr: 2010

Spieldauer: 100 Minuten

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