


Es ist ein starker Film. Ein Film voller Ausdrucksstärke, voller Kraft, voller Gewalt, die sich langsam aber sukzessive aufbaut, Szene für Szene, Bild für Bild. Die Reibungspunkte bildet, Kontroversen, Paradoxe. Ein Film voller Gegensätze: Auf der einen Seite die voller Gottvertrauen und Hoffung in eine in die Zukunft blickende Wissenschaft der Astronomie und Sternenkunde, und auf der anderen Seite die verleugnete, schmerzhafte und die Gegenwart lähmende Vergangenheit eines ganzen Landes. In Chile manifestiert sich dieser fundamentale Gegensatz auf geringstem Raum, in der Atacama-Wüste: Hier die hochmodernsten Observatorien der Welt, mit dem Blick auf die Entstehung ganzer Galaxien – dort die Ruinen von Konzentrationslagern, die Massengräber ehemaliger politischer Gefangener unter der Diktatur von Pinochet. Hier internationale Wissenschaftler, die versuchen die Frage nach dem Ursprung der Welt zu beantworten – dort traumatisierte Frauen, die in der Gluthitze der Wüste nach Knochenresten ihrer ermordeten Angehörigen suchen. Dieses Wechselspiel, von Regisseur Patricio Guzmán brillant in Szene gesetzt, erzeugt eine beinahe unerträgliche Spannung, Unverständnis und tiefe Betroffenheit. Wie passt das alles zusammen? Wie kann man in die Zukunft blicken, ohne sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen? Fragen über Fragen – und keine Antworten. Genau so will Guzmán das Publikum offenbar zurücklassen – damit es sich beschäftigt mit den unbequemen Fragen, den ungeklärten Ereignissen, den ungesühnten Verbrechen.
Mit vielen Extras: Ausführliches Booklet zum Film, fünf Kurzfilme von Patricio Guzmán, Trailershow
Komponist: José Miguel Miranda, José Miguel Tobar
Sprache: Spanisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Indigo
Produktionsjahr: 2010
Spieldauer: 90 Minuten


