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„Biutiful“ – einen treffenderen Titel hätte Alejandro Gonzalez Inarritu seinem 2010 auf dem Filmfest in Cannes erstmal gezeigten Werk wohl nicht geben können. „Beautiful“, also „schön“, so wünscht sich die Hauptperson Uxbal sein Leben und vor allem das seiner beiden Kinder. Doch die Realität ist eher „biutiful“ wenn man so möchte, also voller Leid, Schmerz, Wut, Tiefschläge und alles andere als schön. Und das bekommt Uxbal auf die schlimmste nur denkbare Art und Weise zu spüren. Man möchte fast Mitleid bekommen mit den verzweifelten Versuchen auszubrechen aus dem Kreisel ständig wiederkehrender Rückschläge. Als bei Uxbal schließlich auch noch Krebs im Endstadium festgestellt wird, beginnt für ihn ein letzter verzweifelter Wettlauf mit dem Tod. Bevor er sterben soll, möchte er sein Leben, das seiner Kinder und das seiner Mitmenschen in geordnete Bahnen lenken, wohlwissend, dass er auch diesen letzten Kampf verlieren wird.

Es ist starker Tobak, den der geneigte Filmeseher von Alejandro Gonzalez Inarritu zweieinhalb Stunden lang vorgesetzt bekommt. „Biutiful“ ist ganz gewiss kein Film für die ungetrübte Sonntagnachmittagsunterhaltung. Der Film ist aufwühlend, mitnehmend, berührend und lässt einen so schnell nicht mehr los. Was kann ein Mensch alles ertragen? Das ist die zentrale Frage, die man sich bereits nach kurzer Zeit stellt. Die Antwort zeigt der Film. Schonungslos, ungeschönt und mit aller Brutalität, die die Realität bereit halten kann. Inarritu zeigt überall tiefe menschliche Abgründe auf und dazwischen setzt er mit Uxbal einen tragischen Helden, der an seinen ständigen Versuchen aus dem Hamsterrad des Schicksals auszubrechen verzweifelt und schließlich stirbt.

Der Film fasziniert aber nicht nur durch seine ergreifende Handlung sonder auch durch die brillante schauspielerische Leistung, insbesondere des Hauptdarstellers Javier Bardem. Bardem verkörpert die vielschichtige Figur des vom Leben gequälten Kleinkriminellen Uxbal so, als wäre sie ihm auf den Leib geschrieben. Tagsüber gerissener Ganove, abends fürsorgender Vater, auf der Straße hart und unnachgiebig, zu Hause sensibel und zerbrechlich – die Facetten im leben des Uxbal sind vielfältig. Und Bardem spielt alle so, als ob es sein eigenes Leben wäre.
Alles in allem ein ungemein emotionaler Film, leises, aber großes Heimkino weitab von Blockbuster- und Mainstream-Einerlei.

Regisseur: Alejandro González Inarritu

Sprache: Deutsch, Spanisch

FSK: Freigegeben ab 16 Jahren

Erschienen bei: Euro Video

Produktionsjahr: 2010

Spieldauer: 141 Minuten

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